Traumhaft

23.01.98

Ein Traum

 

Es war auf einer Kirmes, ich war zum erstenmal an jenem Ort. Von überall her kamen Gäste.

Ein älterer Herr gewann einen Preis und als er ihn entgegennahm, stellte er seine mitgereiste Familie vor. Da waren die Frau und seine 3 Töchter. Er sagte noch, er freue sich hier zu sein und wo sie untergebracht seien. Sie waren lustig, wenngleich auch etwas anders als die Menge auf dem Platz. Sie interessierten mich. Am Abend, zu später Stunde ging ich durch das Tor in den Hof ihres Hauses. Hell und freundlich war es und reichlich Ornamente verzierten die Fassade. In vielen Räumen brannte bereits Licht, teils mit Kerzenschein. In der ersten Etage lief eine merkwürdige Gestalt am Fenster immer auf und ab. Groß und schlank, mit einem Auge auf der Stirn. Menschlich? – Nein, irgend wie steif und ungelenk waren seine Bewegungen. Kurze Zeit darauf war sie entschwunden und ein Zwerg etwa gleichen Aussehens stand plötzlich im Hof und rief mich. Ich schaute ihn an. Wer bist Du?- sprach er, da ihn noch nie jemand je gesehen hätte. Ich sei neugierig auf die merkwürdige Familie mit den schönen Töchtern. Ob er wisse wo sie wohnten, fragte ich zurück. Er schwang sich federleicht hinauf in die 3. und 4. Etage. Wie machte er das? Ein Rätsel das sich mir nicht erschloß. Bis in den frühen Morgen unterhielten wir uns. Als das Licht im 1.Stock an ging, schlüpfte er durch einen Spalt im Fenster zurück in die Wohnung. Zu spät, der Herr des Hauses hatte ihn schon vermißt. Nun hörte ich den lautstarken Ärger und wachte auf.

 

12.07.01

Geschichte eines Dieners

 

Ich fahre in einem Zug voll besetzt mit Nazis. Niemand kennt mich, ich habe mich eingeschlichen. Ziel ist irgend ein Ausbildungsort. Alle noch froh gelaunt, sind wohl Frischfleisch.

Ich falle auf durch meine Anzugsordnung! So entdeckt, fragt mich ein Offizier ob ich mich ausweisen könne. Die Kopie des Lehrprogrammes beruhigt ihn kurz. Nach einem grübelnden Moment seinerseits füge ich hinzu, daß meine Unterlagen möglicherweise noch ungeöffnet auf dem Schreibtisch liegen und er mich deshalb nicht kenne. Sie unterziehen mich einem Soforttest. Die Leseprobe ergibt was mir nicht neu, rechts fehlen dem Auge ein paar Prozente. In den Mund geschaut- Ergebnis, ein deutscher Soldat trägt keinen Zahnersatz. Als sie ihn mir entfernen wollen, zerbricht er durch die rohe Behandlung in viele Teile. Ich verzweifle und packte meine Sachen. Dabei spuckte ich die Zahnteile zunächst ins Nichts.

Der Zug hielt, man bat mich auszusteigen. Vor dem Abteilfenster tauchte der Offizier auf, ich spuckte nun in seine Richtung. Es kam noch ein Vorgesetzter dazu. Sie blickten zu mir, während der Eine erklärende Worte sprach. Schließlich werde ich als unbrauchbar abgestempelt. So mißhandelt fühle ich mich prostituiert, niemand steht mir zur Seite. Ich bin ein Nichts, ein Narr ihres voyeuristischen Getues.

Am Boden, aber nicht Tod, erschaffe ich mir eine neue Identität. Ich spiele mal den Clown zur Aufheiterung, mal den Diener. Sie benutzen mich und brauchen mich oft. Merken nicht, wie abhängig sie sich von mir machen. So erfahre ich selbst kleinste Details mancher sicher geglaubter Ungeheuerlichkeiten und stecke sie bei passender Gelegenheit jemanden zu, der sie richtig zerstörerisch aufdecken kann. So lebe ich doch unter ihnen, habe viel Einfluß und Räche mich an ihnen für meine Schmach.

 

02.11.01

Im Angesicht des Mädchens

 

Zu viert bewohnten sie ein älteres Haus, eine Mutter mit ihren 2 Söhnen und der Tochter. Sie lebten auf dem Lande und hatten ihr Auskommen, da einer der Söhne begnadet malte. Früh hatte ein Unternehmer davon Kenntnis erhalten und nutzte die Zeichnungen für seine Produkte. Die Mutter bekam so den Auftrag die gelieferte Verpackung mit den Zeichnungen zu bedrucken. Leihweise stellte man ihr dafür eine sehr einfache Maschine zur Verfügung, welche jedoch nicht gerade sauber arbeitete. Im Haus wurde man in jeder Ecke des Staubes gewahr. Auch der ganze Ort profitierte von der Kunst. Touristen kamen um die Galerien zu sehen, Architekten wurden der Formen wegen inspiriert.

Es trug sich aber zu, daß jenes Talent versiegte. Aus unerklärlichen Gründen zerstörte der Maler die Kraft seiner Gedanken und die Magie seiner Hände. Kein Lachen drang mehr aus dem Haus, keine fröhlichen Stimmen. Die Mienen eines jeden verfinsterten sich. Viele kamen weiter des Weges, um zu helfen. Mit der Zeit empfing man all die klugen Leute mit Nüchternheit, aber respektvoll. Der Sohn war außerstande eine Erklärung zu finden.

Als ich diese Geschichte vernahm, rührte mich der Blick eines Mädchens zutiefst. Bis dahin war ich ahnungslos im Ort unterwegs, jetzt führte mich eine unbekannte Hand bis ans Haus der Mutter. Je weiter ich mich annäherte, desto mehr spürte ich den Schmerz. Welch ein Geheimnis verbarg sich hinter der Tür dachte ich. Wie all die Anderen erfuhr ich Höflichkeit und Gastfreundschaft drinnen. Hatte man die Hoffnung auf ein Wunder wohl noch nicht begraben? Alles kaputt- Es nagte tief an den Seelen der Menschen. So bedrückt stand ich inmitten eines großen Zimmers. Es war trist, nichts erinnerte mehr an das künstlerische Genie. Die Hausarbeit ging nur schleppend von der Hand, gleichsam im Zeitlupen-tempo. Vor meinen Augen lief, wie ein Film, das geschäftige Tun ehemals ab. Der Sohn malte, die Mutter drehte an der Druckmaschine- Sie waren glücklich. Ich brach in Tränen aus. Sprach sogleich mit lauter und kräftiger Stimme zu ihnen, als wolle ich Tote wecken. Erweckung?! Die Vier unterbrachen ihr Trübsal und wir setzten uns an den Tisch. Ich fühlte eine erdrückende Last, als würde die Schuld für das überkommende Ungemach auf mich zu rollen. So konnte ich nur noch um eine Erklärung flehen. Der Sohn sprach: Er könne mich nicht leiden sehen, ich hätte damit nichts zutun. Er habe das alles nicht gewollt. Wie? Ich widersprach! Nicht mir tust du weh, sondern dir selbst. Was du liebtest hast du getötet- Schweigen! Mit Nachdruck sprach ich aus was die anderen Drei und alle Anderen im Ort dachten. Ich weiß nicht wofür du dich bestrafst, doch nun steht endlich auf und nimm den Stift in die Hand- Gott verdammt male, platzte es aus mir heraus. Der Alptraum löste sich, so wie sich die finsteren Wolken durch das reinigende Gewitter verziehen. Das Sonnenlicht drang wieder durch die geöffneten Fenster, Friede und Glück fanden zurück.

Der Sohn fühlte sich schuldig am Asthma der Mutter. Wohl hatte der Staub seine Wirkung nicht verfehlt. Im Gespräch mit dem Bürgermeister und der Unternehmensleitung fand man überein moderneres Gerät zu beschaffen, was für alle von Vorteil wäre.

 

11.03.03

Erwachen

 

War gegen 03:15 Uhr im Halbschlaf, als ich den Handy-Vibrator vernahm.

Dringliche Nachrichten!

Ich stand sogleich auf um nachzusehen. Es war nur eingebildet, ein Traumvorspiel?

Kurz bevor der Wecker klingelte trug sich folgendes zu:

Zwei junge Künstler unterhielten sich, beurteile mir mal meine Arbeit sagte der Eine. Meinst du es wäre fertig oder noch unvollständig fragte der Andere? Da jener sich nicht sicher war, bat er sich Bedenkzeit aus. Später fanden sich Beide in einem gutbürgerlichen Haus zusammen und führten ihr Gespräch weiter, wohl auch in der Hoffnung hier Aufträge zu erhalten. In den Vordergrund des Geschehens drängte sich aber die Tochter des Hauses, trat auf mich zu und zeigte mir die untere Etage. Es waren meist Gegenstände die herausstachen aus dem allgemeinen Enterieur. Lampen, Gefäße u.a. aus den 60er Jahren, alles in Orange/Weiß gehalten. Sie bot mir Saft an und wir setzten uns zum Plausch. Plötzlich sagte sie mir was sich als nächstes ereignen wird, ich werde sie nachfolgendes fragen. Mit Neugier lauschte ich. Ich werde ihr eine Mitgliedschaft im Fitness-Club anbieten und diverse andere Vorteile, trage mich mit dem Gedanken ihr eine Freude zu machen (ein Geschenk im 60er Stil), tue das was ich immer tue um eine Freundschaft zu gewinnen. Ich war platt. Sie meinte das wäre nicht immer der passende Weg. Schwieriger ist es wohl manchmal Dinge zu lassen, gleichwohl größer aber der Gewinn?! Sie hatte erfaßt worin mein Problem bestand. Ich glaube nicht mehr an meine Träume, sondern lief anderen nach um die Ihren verwirklichen zu helfen, und bilde mir so ein etwas für mich zu tun. In dieser Verstrickung verliere ich mich immer mehr und versuche instinktiv ständig auszubrechen. Laufend Einfluß auf die Dinge nehmen verhindert oft den Blick auf das Wesentliche. Ich erwachte dann 1 Minute vor dem Klingeln des Weckers und war ziemlich beeindruckt.

 

18.06.08

Danke der Fruchtblase

 

Ich schlief gestern ein, mit dem Gedanken einer Freundin nicht gute Nacht gesagt zu haben. Es waren dergleichen Viele kurz vor dem Erwachen.

Ich fuhr in leichter Dämmerung mit dem Fahrrad nur kurz um die Ecke. Bei der Freundin brannte schon Licht. Im Eingangsbereich schafften sich bereits Handwerker an der Klingel- und Briefkastenanlage. Ein Defekt von übermütigen Fußballfans? So war einen Grund gefunden, nicht zu ihr nach oben zu gehen. Weiter des Weges hatte ein neueröffnetes Geschäft, einen Brunch organisiert. Viele Frühaufsteher schmausten genüsslich. Ich hörte wie eine Verkäuferin die neuen Säfte anpries. Ja, lecker Buffet! Ich zurück, um meine Freundin zu holen. Was dann passierte muß offen bleiben.

Der letzte Gedanke des Traumes war das Wort Fruchtblase. War somit irgendwas geplatzt? Die Augen öffneten sich. Einen Blick auf den Wecker wollte ich werfen, da es draußen schon heller als sonst war. Er war nicht da! Vergessen im Rucksack hatte er seine Klingeltour schon längst abgearbeitet. Mir verblieben 30 Minuten bis zur Arbeit.

War noch pünktlich, da mein Fahrradweg nur knapp 10 Minuten braucht.

 

19.06.08

Wunder

 

Wund, etwas nicht gesund.

Tut dir somit kund.

Irgendwas wird wieder rund.

Dein Weg – Dein Leben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.