Beziehungsweise

09/1984

Ohne Nachspiel

 

Jung und unberührt näherte ich mich einer Köchin. 14 Tage war ich mit anderen Leuten auf Schulung und auf die Verpflegung durch jene junge Dame angewiesen. Wir hatten des öfteren Blickkontakt und es bleibt nicht aus, der eine oder andere Schwatz. Den ersten Schritt für ein Date machte aber ein Mitschüler, dessen frische Liebe auf mich abfärben sollte. Nun seine Beate sagte mir sogar mehr zu.

Da es zwischen Beiden nicht reibungslos, oder eben doch lief, versuchte ich zu vermitteln. War er eifersüchtig und wollte mich deshalb bei der Köchin unterbringen?

So traf ich gegen Abend am Haus ihrer Eltern ein. Neugierig und aufgeregt bat sie mich herein. Kurzes begrüßen der Anwesenden. Sie hatten es sich am Fernseher gemütlich gemacht und wir nahmen am Eßtisch Platz. Es war eher seltsam, als wohltuend die Situation. Wie es dann dazu kam dort zu Übernachten, ist mir entfallen. Einen besonderen Verdienst konnte ich mir wohl nicht zu schreiben. Vielleicht wollte sie mich nicht nach Hause schicken, wegen der Höflichkeit die sie an den Tag legte.

Stand ihr doch der Sinn nach mehr? Wir lagen also die ganze Nacht beieinander!

Am Morgen trennte sie sich von mir mit den Worten: “Es ist ja nichts passiert“. So enstünde auch keine weitere Verpflichtung?! Ja zum Glück auch.

Es war nicht meine Absicht, etwas zurückzulassen. Wenn sie so Lust hatte, wo war dann das erotische Temperament um mich aufzuschließen. Dachte sie, ich wäre so ein Lüstling und würde es ihr besorgen. Sie machte mich nicht an, wobei schon ein bißchen Knutschen gereicht hätte. So beruhigt, aber etwas unbefriedigt ging jeder seiner Wege.

 

September 1984

Platonische Liebe- Oder Schüchternheit!

 

Ich begann gerade aus meinem Dornröschenschlaf zu erwachen, während sie abtauchte.

Ihr ging es um die wahre Liebe, Ralf war es nicht. Ich verstand sie sehr gut, kümmerte mich vielleicht eben nicht uneigennützig um sie. Einige Zeit plänkelte es zwischen Beiden hin und her, bis sie dann Schluß machte. Ich blieb mit ihr in Verbindung. Wir hatten ein gutes Gefühl für einander. Während sie philosophisch dem melancholischen Idealisten Schopenhauer zusprach, tummelt ich mich mit der m.- l. WA. Was sich widersprach waren nicht die Ansichten, sondern die Auswege. Sie zog sich vom Leben weitestgehend zurück, wurde wie ein scheues Reh.

Wurde in dieser Zeit Schwanger von einem verheirateten Mann, dem Vorgänger von Ralf!

Ein Bild ist kennzeichnend für unsere “Beziehung“. Ich war bei ihr, es wurde spät und ich müde. Sie tat in der Küche sehr geschäftig. Unterdessen hatte ich es mir auf der Couch gemütlich gemacht, ob mich der Fernseher dann einlullte? Jedenfalls war ich kurz vor dem Einschlafen, als ich merkte wie sie sich neben mich (verkehrt herum) legte. Ein unglaublich schönes Gefühl, gleichzeitig war ich aufgewühlt was wohl passieren würde. Nichts!- Wir schliefen ein. Es war mir schon etwas nah, gleichzeitig so vertraut und so ohne weitere Verpflichtung. Ich liebte sie dafür.

Am 24.01.1996 schrieb ich ihr, nachdem ich meinen Weg gegangen war und sie verschwand. Sie stand überraschender weise wieder im Telefonbuch. Ich suchte sie auf und steckte den Brief in den Kasten.

Dort stand noch ein zweiter Name, Dr. …

Warum irritierte mich das? Was versprach ich mir von einer Antwort? Nun sie war nicht groß von Wuchs, ihre Tochter Dido müßte sie eingeholt haben. Sie meldete sich nicht. Später erreichte ich sie am Telefon. Wir unterhielten uns lange. Dann tauchte auch die Frage auf, warum eigentlich damals nichts passierte. Waren wir uns selbst genug oder zu schüchtern. Sie war wieder allein. In meiner Freude und Spontaneität faste ich den Entschluß, sie zu überraschen.

Ich holte etwas vom Chinesen und stand abends vor der Tür. Sie öffnete verschlafen, hatte ein Nickerchen gemacht. Hätte sie mich doch auf einen anderen Tag verwiesen! Aus Höflichkeit bat sie mich herein. Sie meinte auf chinesisch nicht zu stehen und es auch gerade etwas ungünstig fand. So sah ich wenigstens mal ihre Tochter.

Danach war wieder Funkstille. Bis ich im September noch mal einen Brief schrieb, einen Tag bevor ich auf einer Hochzeit tanzte. Ich war der Fotograf! Ob ich ihn absandte ist mir entfallen. Eine Reaktion gab es aber nicht mehr.

 

22.07.97

Dicht bei dicht

 

Gut 24 Stunden später als das Folgende, sollte sich ein Unfall ereignen bei dem 1 Schrotthaufen und ein halber übrig bleiben. Personen werden nicht zu Schaden kommen. Ein Abschleppdienst auf der anderen Straßenseite war schnell zur Stelle, die Spuren ebenso beseitigt. Zurück blieb der Schreck und die Tatsache, daß es nun wieder mit Öffentlichen weiter ginge. Es war menschliches Versagen. Auf regennasser Fahrbahn war die Geschwindigkeit nicht angepaßt, ich wollte einfach schnell nach Hause.

Zudem hatte ich mit dem Wartburg zu wenig Fahrpraxis, er reagiert auf Straßenbahnschienen sehr allergisch.

Tags zuvor, es war 3 Uhr, verließ ich die Diskothek. Ich hatte mich schon lange nicht mehr so amüsiert, wie an diesem Abend. Einen ehemaligen Kollegen traf ich auch. Noch ein Herr machte mir später ein Kompliment. Er meinte, ich würde mich gut bewegen, solle aber nicht den Rhythmus kaputt machen. Die Hauptrolle spielte aber eine Frau, welche ich nach Hause begleitete. Sie fiel mir den Abend über auf. Mit der Zeit wurde sie immer lustiger und offener. Zusammen mit ihrer Kollegin versuchten sie die Strapazen der Arbeit zu vergessen, wozu auch der Sekt half. Hatten wir ab und zu Blickkontakt?- Jedenfalls bedeutete es nichts. Ziemlich zum Schluß tanzte sie mit einem Ausländer, sehr eng und sexy. Ich freute mich, es sah gut aus. Ich war nun kaum aus dem Eisberg raus,

da hörte ich lautes Gerede. Ich mußte mich umdrehen und sah die Frauen raustorkeln. Ich sprach zu Kirstin, sie hätte den ziemlich auf den Arm genommen. Wir lachten. Da sie in meiner Richtung wohnte entschloß sie sich zu laufen, die Kollegin hätte sie sonst gefahren. Womit hatte ich das verdient? Nach 100 Metern kannte ich fast ihre Lebensgeschichte und wir gingen Hand in Hand. An meinem Hauseingang wollte ich mich verabschieden, es kostete Mühe. Es faßte sich gut an, ich wäre gern noch weiter gegangen. Sie war aber nicht mehr 100%ig klar, da sie mir ohne weiteres ihre Telefonnummer gab. Ich rief zwei Tage später an, sie konnte sich nicht erinnern. Dennoch durfte ich zu ihr kommen, zum Kaffeeklatsch. Drei Stunden vergingen, es war sehr angenehm. Sie erwartete noch ihre Freundin und schaute als die Zeit rann war öfters auf die Uhr. Ich schob gerade mein Fahrrad aus dem Ständer, da kam sie auch schon. Eine Woche war vergangen und ich wollte mich einfach mal melden. Sie war nie zu Hause und nicht erreichbar. Da macht man sich so seine Gedanken. Das ist einer von diesen unergründlichen Augenblicken, voller Reize, Phantasie und Leben.

Da öffnet sich in dem einem Moment der Himmel, um sich im Nächsten schon wieder zu verschließen.

 

16.02.02

Beziehungsweise

 

Sorry, ich schreibe lieber per Hand- Aber sie zittert zu sehr.

Es bedarf wohl immer erst einer besonderen Situation, bis ich die Schönheit eines Menschen entdecke. Ich erwarte zuviel und sehe die Kleinigkeiten nicht. Als du aber in der Badewanne so zerbrechlich und voller Anmut lagst… seufz, seufz.

Bei Ikea war es Hunger und Müdigkeit welche mich reizten. Im Gegensatz zu dir, wo du dann Ruhe und Entspannung suchst- setze ich noch einen drauf und provoziere Aktion. So überdrehe ich immer mehr und es reicht wirklich die berühmte Nichtigkeit zur Explosion.

Na ja, es verschafft einen super Adrenalinschub- Hab ich zu wenig Sex und bin nicht ausgelastet? Du warst leider des Öfteren in der Nähe, es tut mir weh. Wo du gerade begonnen hast deinen Panzer abzulegen, erkläre ich dir den Krieg? Ich sage ja ich merke vieles zu spät- hoffentlich nicht wieder zu spät.

Besondere Daten(Weihnachten…) und Treffen sind für mich auch immer voller Erwartungen.

Ich kann die Freude die damit verbunden, nur selten fühlen. Ich komme wenig an meine Seele rann, bin dann sehr ungerecht. Nicht sehr feinfühlig, so wie ich mit mir auch nicht sanft umgehe. Ich beneide dich dafür.

Kam dein Kribbeln wirklich durch meine Person, oder warst du nicht eher aufgeregt- weil ich dir den Tag wieder versauen könnte? Seit dem Beischlaf unter Mitleid(Ich speichere bestimmte Worte und Zusammenhänge leider auch lange), traute ich dir nicht so recht und verschloß mich.

Ich wollte das du mir deine Gefühle beweist und kämpfst. So hast du auch mich beobachtet. Wie soll man sich da fallen lassen. Trotzdem sind uns ein paar Momente gelungen die wir sehr mögen- unsere Nähe zu spüren! Da bin ich wieder bei der Badewanne, so offen bin ich selten.

Ich würde mich freuen, wenn du mir deine Sicht erzählt- ich weiß da sind Parallelen.

Wenn ich Zeit habe über Kritik nachzudenken, meine erste Verletzung überstanden ist und mir der Mensch auch noch etwas bedeutet, dann verändere ich auch was. Gefühle sind das eine, Respekt und Achtung etwas anderes. Ich versuche mir immer ein Beispiel an Leuten zu nehmen, die Positiv mit Konflikten umgehen. Meine Eltern gehörten leider nicht dazu. Mutter hat sich gefügt und Papa geschwiegen. Früher habe ich sofort geweint, nahm alles persönlich. Heute streite ich und versuche nicht weich zu sein. Ich werde mein Repertoire erweitern müssen, vielleicht hilfst du dabei?

Ich freue mich auf ein sonniges Plätzchen und die Zeit mit dir zu plauschen- Wenn du dann magst. Derweil eine schöne Arbeitswoche, bis dann.

 

PS: Was ich nach dir über dich sagen werde, du hast es in der Hand. Auf jeden Fall kannst du jetzt schon was in meinen Texten lesen. Die Einladung steht noch.

 

23.03.07

Nur einmal im Leben

 

Es gibt Dinge, Personen, Situationen die sind einmalig.

Es gibt die Einmaligkeit des Momentes.

Was wir von uns erzählen, tun wir auch manchmal nur einmal im Leben!

Dann ist niemand näher….

Ich Liebe Dich

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